Schreibabys tragen – Trost und Entspannung

 

Wenn das Baby schreit und schreit, kann das für die Eltern zu einer echten Herausforderung werden. Doch nicht jedes Kind, das übermäßig viel schreit, ist auch per Definition ein Schreibaby. Das ist es nämlich dann, wenn gemäß der so genannten „Dreierregel“ das Baby mindestens 3 Stunden täglich an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen lang schreit.

Aber ganz egal, ob das Baby nun ein „echtes“ Schreibaby ist oder für deine Verhältnisse einfach viel zu oft weint oder schreit – es gibt einige Möglichkeiten, dem geplagten Kind und seinen Eltern zu helfen. Das Tragen mit einer Tragehilfe.

 

In Asien und Südamerika gibt es weniger Schreibabys

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf andere Kontinente. Kennt man dort das Phänomen des Schreibabys eigentlich auch? Ja und nein. In Asien und Südamerika zum Beispiel ist der Begriff Schreibaby weitestgehend unbekannt. Das könnte mehrere Gründe haben. es scheint beispielsweise so, als haben die Eltern mancher Kulturen eine bessere Gabe, sich in ihr Kind hineinzuversetzen. Hinzu kommt, dass es gerade bei indigenen Völkern üblich ist, dass ein Kind im Familienverband aufwächst. Das heißt, Mutter und Vater sind mit dem Neugeborenen nicht auf sich alleine gestellt, sondern bekommen Unterstützung der anderen, schon erfahrenen Generationen.

Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt, warum in einigen Kulturen das Thema Schreibaby kein Problem ist: die Kinder dort haben naturgemäß viel mehr Hautkontakt mit ihren Eltern. Sie werden herumgetragen und genießen somit immer die körperliche Nähe. Was legt das nahe? Dass gerade Babys, die viel schreien, ruhiger werden, wenn sie getragen werden.

 

Körperkontakt ist wichtig, wenn das Baby weint

 

Entgegen der Annahme, dass ein schreiendes Baby Ablenkung, Spielzeug oder grundsätzlich Essen braucht, ist es viel wichtiger für Babys, dass sie ausreichend Körperkontakt haben. Leider haben heute noch immer viele Eltern Ängste, dass sie ihr Baby dabei möglicherweise verwöhnen. Eine Sorge, die typisch deutsch ist und auch durch den Nationalsozialismus etabliert wurde. Nähe und Körperkontakt kann ein Baby niemals genug bekommen. Von Verwöhnen kann hier also keine Rede sein. Glücklicherweise setzt sich das Tragen des Babys schon seit einigen Jahren immer mehr durch.

Heute weiß man, dass das Tragen bei jedem Baby – also nicht nur bei Schreibabys – Halt und Geborgenheit vermitteln und zudem die seelische und körperliche Entwicklung des Kindes unterstützt.

 

Tragen als Grundbedürfnis – der Mensch als Tragling

 

Tragen, das darf man nämlich nicht vergessen, ist ein Grundbedürfnis des menschlichen Säuglings, da er ein regelrechter Tragling ist – genau wie Koala Bären, Affen und Kängurus.

Dein Baby wird also keinesfalls verwöhnt, wenn du es trägst, sondern du kommst damit nur seinem natürlichen Bedürfnis entgegen. Du sorgst dafür, dass es sich sicher und geborgen fühlt und stärkst damit nicht nur sein Selbstvertrauen, sondern auch die Eltern-Kind-Bindung.

 

Warum Tragen so trostreich ist

 

Warum ist Tragen für Babys überhaupt so wichtig? Dafür gibt es ganz einfach Gründe. Stellen wir uns vor, dass das Baby 6 Monate bzw. 40 Wochen lang im Bauch der Mutter ist, wo es nicht nur eng und warm ist, sondern wo es auch permanent schaukelt und es alle möglichen Geräusche der Mutter mitbekommt (vom Herzschlag über das Rauschen des Bluts bis hin zu Verdauungsgeräuschen). Dann wird schnell klar, dass Babys sich, wenn sie geboren werden, zuerst einmal ziemlich verloren vorkommen.

Theorien besagen, dass menschliche Babys viel zu früh und zu unreif auf die Welt kommen. Gerade deswegen ist es wichtig, dass man versucht Babys Geborgenheit zu vermitteln, indem man ihnen den Start vereinfacht und die Bedingungen wieder herstellt, die im Bauch herrschten: es war eng, warm, kuschelig und hat geschaukelt. Was also liegt näher, als das Baby in einem Tuch bei sich am Körper zu tragen? Wie beruhigend das Tragen wirkt, kann jeder schnell feststellen. Babys, die schreien und in ein Tuch oder eine andere Trage gebunden werden, beruhigen sich meist sofort, wenn man mit ihnen eine Runde geht.

 

Schreibaby? Tragen, tragen, tragen

 

Wenn Babys unruhig sind, schlecht einschlafen, quengeln oder schreien, ist ein Tragetuch oder eine andere Tragehilfe Gold wert. Zwar kann das Tragen auf Dauer ganz schön anstrengend werden. Mit einer wirklich guten Tragehilfe allerdings ist meistens auch das Tragen über mehrere Stunden ohne Verspannungen und Rückenschmerzen möglich.

Übrigens wollen aber nicht nur Schreikinder und unruhige Kinder viel getragen werden. Auch Babys, die generell einen zufriedenen und „pflegeleichten“ Eindruck machen, profitieren davon, wenn Mama oder Papa sie tragen.

 

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